Tarifabschluss der M+E Industrie Bayern

IG Metall: #FAIRWANDEL

25.03.2020 Mehr Recht auf Freistellung und eine solidarische Absicherung von gefährdeten Beschäftigten: Das ist der Kern des neuen Tarifpakets mit dem Arbeitgeberverband VBM.

Mehr Recht auf Freistellung und eine solidarische Absicherung von gefährdeten Beschäftigten: Das ist der Kern des neuen Tarifpakets ("Solidartarifvertrag", "Zukunft in Arbeit") mit dem Arbeitgeberverband VBM für Beschäftigte in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, das auf die Corona-Krise reagiert.

Das ist neu:
Eltern mit Kindern im Alter bis zu 12 Jahren erhalten bei Betreuungsengpässen mehr bezahlte Freistellungen.
So funktionierts: Die Wahloption beim tariflichen Zusatzgeld (T-ZUG) wird ausgeweitet auf Eltern von Kindern im Alter bis 12 Jahren (bisher: 8). Auch sie können dieses Jahr statt des Gelds 8 Tage bezahlt freinehmen, um ihre Kinder zu betreuen. Sind Zeitkonten, Urlaub, die Zeiten aus der Wahloption und gesetzliche Freistellungsansprüche ausgeschöpft, können Eltern noch fünf bezahlte Tage extra nehmen. Voraussetzung: Kita oder Schule sind behördlich geschlossen.

Das ist neu: Für soziale Härtefälle während der Krise gibt es in jedem Betrieb einen Solidartopf.
So funktionierts: Das Unternehmen zahlt je Beschäftigtem 350 Euro in einen Solidartopf. Gibt es keine betrieblichen Probleme, gibt es das Geld für jeden im Dezember. Bei Kurzarbeit aber werden mit dem Geld soziale Härten abgefedert, wenn es etwa keine betrieblichen Aufzahlungen aufs Kurzarbeitergeld gibt. Wer wie vom Solidartopf profitiert, vereinbaren Betriebsrat und Unternehmen.

Das ist neu: Um Kurzarbeit zu vermeiden und die Einbußen dadurch abzufedern, kann es mehr bezahlte Freizeit und mehr Geld vom Staat geben.
So funktionierts: Anstatt des tariflichen Zusatzgelds können Betriebsrat und Unternehmen festlegen, dass alle Anspruchs berechtigten (Schichtarbeiter, Eltern, Pflegende) 8 Tage frei erhalten. Alle übrigen Beschäftigten können statt des Gelds 6 Tage bezahlt frei bekommen.
Außerdem können Betriebsrat und Unternehmen vor Kurzarbeit Sonderzahlungen auf das Monatsentgelt umlegen. Wegen der geänderten Berechnungsgrundlage erhöht sich nicht nur das staatliche Kurzarbeitergeld. Sondern es sind auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Anhang:

ME_Tarifnachrichten5_2020

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Letzte Änderung: 25.03.2020